Nach dem Ende der Geschichte: Internationale Wanderausstellung

Dem bekannten Romanautor, Gabriel Wolkenfeld, dem Initiator der internationalen Wanderausstellung, danke ich dafür, dass den zahlreichen Opfern der Psychiatrien Neubrandenburg und Ueckermünde Aufmerksamkeit über den nationalen Grenzen hinaus zuteilwird.

Vieles, was heute passiert, ist begründet in der Vergangenheit. Die Geschichten, die wir von unseren Eltern und Großeltern hören, formen unseren Blick auf Vergangenes, aber auch unsere Wahrnehmung des Gegenwärtigen.

Zwanzig junge Menschen – Studierende aus Kiew, Mykolajiw und Potsdam – haben sich mit den 80er und 90er Jahren in Deutschland und der Ukraine beschäftigt, mit der Alltagskultur, aber auch dem Underground. Sie haben Zeitzeugen nach ihren Hoffnungen und Ängsten befragt, nach dem, was gewesen ist. Und was danach kam.

Unsere Studierenden haben Interviews geführt und aufgezeichnet. Und sie sind selbst kreativ geworden. Sie haben gesammelt, geschnitten, geschrieben. Auf diese Weise ist ein bunter Mix entstanden: Die Exponate umfassen Bild- und Videomaterial sowie Alltagsgegenstände. Auch eine Live-Performance wird geboten.

Herzlich laden wir alle Interessierten zur festlichen Eröffnung unserer Ausstellung am 16.03. in Kiew ein.

Eine Woche wird unsere Ausstellung in Kiew kostenlos zu besuchen sein, bevor sie etwas später nach Mykolajiw (7. bis 19. Mai) und schließlich nach Berlin wandert.

Gefördert wird unser Projekt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“, dem DAAD, dem Auswärtigen Amt und der Robert Bosch Stiftung.

Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!

Unsere TeilnehmerInnen haben in ihrer Auseinandersetzung mit den 80er und 90er Jahren verschiedene Zeitzeugen interviewt, u.a. Christian Discher, der in seinem Buch „Die Stimmen der Übriggebliebenen“ seine traumatischen Erlebnisse in der Psychiatrie in Ueckermünde beschreibt und Olga Zuk, die in den 80er Jahren nach Berlin übergesiedelt ist und deren ’strenges Mädchen‘ uns an die verschiedendsten Orte führt: von Drogenküchen in Leningrad über besetzte Häuser in Berlin in die Wohnzimmer feministischer Aktivistinnen.

Beitragsfoto und Text: Gabriel Wolkenfeld

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На переломе времени: 80 и 90 гг. в Украине и Германии
Выставка соберёт студентов-художников из Киева, Николаева и Потсдама. Всех объединяет интерес к недавнему прошлому двух стран и вопрос: Как спустя 30 лет годы больших перемен представляются гражданам. Тем, кто их прожил, как и тем, кто их знает лишь из рассказов, песен и телесюжетов.

Из потока картин, мест и воспоминаний авторы создали неоднозначные экспонаты, отражающие неоднозначный образ тех времён. При всех очевидных разницах, работы раскрывают точки соприкосновения историчекой и личной памяти двух стран в сердце Европы, которые 30 лет назад проходили через перемены, во многом определившие их сегодняшний образ.

Проект осуществляется при поддержке фонда «Память, ответствененость и будущее», фонда им. Роберта Боша и Министерства иностранных дел ФРГ. А также при содействии Потсдамского университета (Германия), Национального черноморского университета им. Петра Могилы (Николаев) и Киевского политехнического института им. Игоря Сикорского.

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At the Turn of Ages: The Ukraine and Germany in the 1980s and 1990s. The exposition unites students from Kyiv, Mykolaiv and Potsdam. Their common interest is the not-so-recent past of the Ukraine and Germany and the way this past is viewed now, after 30 years, by those who witnessed it, as well as by those who know it merely from their parents’ stories, songs or TV-shows.

Drawing on a multitude of memories, images and places ambiguous exhibits have been created that reflect the ambiguous nature of the memories themselves. And despite profound differences their common ground is the attempt to discover points of contact between the historical and individual memories of two countries in the heart of Europe whose present has to a large extent been shaped by the experiences of the 1980s and 90s.

This project has been financed by the foundation „Remenberance, Responsibilty, Future“, the Robert Bosch Foundation and the Federal Foreign Office. It has been generously supported by University of Potsdam (Germany), National Petro Mohyla Black Sea University (Mykolaiv) and Igor Sikorsky Kyiv Polytechnic Institute.

 

 

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