Skandal in der Nachsorge: Wenn psychisch Erkrankte zu Opfern werden

22 Jahre nach ihrer ersten Einweisung in die Psychiatrie veröffentlicht die 1967 geborene Judi Klein ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel Fatum. In Form von überwiegend in Paarreimen verfassten Gedichten und fragmentarisch dargestellten Episoden aus ihrem Leben beschreibt Klein ihren fremdbestimmten Weg. Klein deckt ein von Macht durchzogenes Fürsorgesystem auf, das eigene Interessen verfolgt, Menschen „als Verwaltungsobjekte benutzt“und ihnen bei Widerstand die eigene Mündigkeit abspricht. 1991 wird ihr die Missbrauchserfahrung und die Angst vor äußerer Kontrolle erstmalig als Folge einer paranoid-halluzinatorischen Psychose diagnostiziert. Mit dieser Diagnose findet sie bei Verantwortungsträgern in Neubrandenburg und Umgebung nie mehr Gehör. Was Judi Klein aufdeckt, ist erschütternd und ein Beleg dafür, dass es verlässlicher Kontrollinstanzen bedarf, die Machtmissbrauch im System Psychiatrie enthüllen.

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Dr. Christian Discher

http://www.huffingtonpost.de/christian-discher/missbraucht-gepeinigt-psychiatrie_b_13232642.html

Kommentar (1)

  1. Verlässliche Kontrollinstanzen wird das Psychiatrie-Zwangssystem niemals zulassen. Ganz egal, was in den Gesetzen steht.

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