Anerkennung als Opfer sexueller Gewalt – Antje Wienberg, geb. Dreist

Nach Jahrzehnten des Kampfes gegen Psychiater und Behörden erhält Antje Wienberg, geb. Dreist, die Anerkennung als Opfer sexueller Gewalt.

Mit Schreiben vom 16. September 2019 aus der Geschäftsstelle „Fonds Sexueller Missbrauch“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird der mittlerweile schwer erkrankten Protagonistin Renate, Antje Wienberg, geb. Dreist, aus „Die Stimmen der Übriggebliebenen“ nach ihren kräftezehrenden Aufklärungsbemühungen mitgeteilt, dass Sie nach den Voraussetzungen des Ergänzenden Hilfesystems Betroffene sexuellen Missbrauchs im familiären Bereich ist und daher grundsätzlich aus den Fonds Leistungen erhalten kann. Entgegen der Auffassungen des als Medikamententester entlarvten psychiatrischen Sachverständigengutachters Dr. Rainer Gold, seiner praktizierenden Assistenzärzte, des berüchtigten Psychiater-Ehepaares Krause sowie der Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der für das Opfer Verantwortlichen in Neubrandenburg und Umgebung erfährt Antje Dreist erstmalig seit Jahrzehnten, dass ihren Ausführungen über ihren sexuellen Missbrauch Glauben geschenkt wird.  

Vor diesem Hintergrund hoffen die Opfer aus der Reportage „Die Hölle von Ueckermünde“ und “Die Stimmen der Übriggebliebenen” auf öffentliche Unterstützung zur Aufklärung der an ihnen begangenen Menschenrechtsverletzungen und der Verbrechen hinter verschlossenen Türen.

Wir werden niemals aufgeben.

Dr. Christian Discher 

22 Jahre nach ihrer ersten Einweisung in die Psychiatrie veröffentlicht die 1967 geborene Antje Wienberg, geb. Dreist, ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel Fatum. In Form von überwiegend in Paarreimen verfassten Gedichten und fragmentarisch dargestellten Episoden aus ihrem Leben beschreibt Antje ihren fremdbestimmten Weg. Antje deckt ein von Macht durchzogenes Fürsorgesystem auf, das eigene Interessen verfolgt, Menschen „als Verwaltungsobjekte benutzt“ und ihnen bei Widerstand die eigene Mündigkeit abspricht. 1991 wird ihr die Missbrauchserfahrung und die Angst vor äußerer Kontrolle erstmalig als Folge einer paranoid-halluzinatorischen Psychose diagnostiziert. Mit dieser Diagnose findet sie bei Verantwortungsträgern in Neubrandenburg und Umgebung nie mehr Gehör. Was Antje aufdeckt, ist erschütternd und ein Beleg dafür, dass es verlässlicher Kontrollinstanzen bedarf, die Machtmissbrauch im System Psychiatrie enthüllen.

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